Geschichte
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1982 fing es an: Zwei Ehepaare der Bundeswehr des Standortes Fort Bliss begaben sich, mit gebrauchter Bekleidung in Plastiktüten gefüllt, in die dump-area in das Randgebiet von Juarez, denn dort lebten die ragpickers-„the dump people“.

Es war eine spontane Idee diesen bedürftigen Menschen zu helfen. Aus der Spontanität entstand der Gedanke, dass Bundeswehrangehörige anlässlich der Rückversetzung gebrauchte Bekleidung, Möbel und Haushaltsgegenstande zur Verfügung stellen. Die Garage diente als Sammel- und Sortierraum und folglich mussten während dieser Zeit die Autos vor der Garage parken.

Die Verteilung der Hilfsgüter gestaltete sich anfangs sehr schwierig, da man der spanischen Sprache nicht mächtig war. Mit Juan Lozano, einem zivilen Angestellten der GAF fand man einen Helfer, der in den Gebieten der Grenzstadt aufgewachsen war. Er gab den Helfern gute und wichtige Verhaltenstipps. Der Helfergruppe schlossen sich weitere interessierte Bundeswehrangehörige an. Die Hilfsgemeinschaft wurde richtig stark, als sich ein Kontingent des Lehrerkollegiums der Deutschen Schule in Fort Bliss bereit erklärte, die Hilfsgruppe beim Sammeln, Sortieren und der Verteilung zu unterstützen.

Man hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt mit Sachspenden begnügt. Ende 1984 wurde der Entschluss gefasst, auch Geldspenden entgegen zunehmen. Aus dem gegebenem Entschluss musste ein Konto eingerichtet werden. Damit über dieses gebührenfrei verfügt werden konnte, war ein Name für die Hilfsorganisation erforderlich. So nannte sich die Hilfsgruppe von diesem Moment an „Helping Hands“. Die ersten Spenden, die auf das Konto eingezahlt wurden, waren 470 Dollar der Damen der Offiziersgemeinschaft und 580 Dollar von OTL Goldbach. Zur ersten organisierten H.H. Gruppe gehörten die Soldatenfrauen Frau v. Panitzki, Fr. Depkat, Frau Klaasen und Fr. Melz, die Frau eines Lehrers der Deutschen Schule.

Da immer mehr rückkehrende Bundeswehrangehörige die Hilfsaktionen von Deutschland aus weiterhin unterstützen wollten, stellte H.H. 1986 einen Antrag an das Führungskommando der Luftwaffe. Es wurde beantragt, dass Bundeswehrmaschinen Hilfsgüter von Köln-Wahn nach El Paso transportieren dürfen. Der Antrag wurde bewilligt und folglich trafen regelmäßig große Mengen von Hilfsgütern in El Paso ein. Nun waren die Lagerungskapazitäten der Garagen total überfordert und die Mitglieder von H.H. schätzten sich glücklich, als die Deutsche Schule in der alten Sporthalle einen Raum zur Verfügung stellte.
Dieser Raum füllte sich schnellstens, als die Tante von Frau Klaasen verstarb und H.H. den Hausrat vermachte. Da die wertvollen Sachen sich aber schnell an Antik-Shops und in der „German Community“ verkaufen ließen, konnte mit dem Erlös von 7000 USD, in einer Schule in Juarez ein Klassenraum gebaut werden.
Es war nicht so einfach diesen Klassenraum mit Kindern zu füllen, denn das Schulgeld pro Kind belief sich auf 10 Dollar, welches sich viele Eltern nicht leisten konnten. H.H. wollte das Schulgeld übernehmen. Da die Kinder zur Einschulung aber Geburtsurkunden benötigten und leider keine hatten, halfen ihnen die 10 Dollar auch nicht weiter. Auf nicht ganz legalem Wege wurden die Urkunden beschafft und zuletzt noch Schuhe gekauft, so dass die Klasse letztlich mit Kindern bis auf den letzten Platz besetzt war.

1986 wurden von der Bundeswehr in Fort Bliss, 90 Betten und Matratzen aussortiert und H.H. zur Verfügung gestellt. Zu diesem Zeitpunkt lernte man bei einem Fest den Polizeichef von Juarez kennen und machte ihn auf das Hilfsprojekt aufmerksam. Hilfsbereit sorgte er dafür, dass von nun an die Frauen von H.H. mit einem Ausweis ausgestattet wurden, der den Transport von Hilfsgütern ermöglichte. Was für den Transport der Betten und Matratzen bedeutete, dass ein langer Konvoi von Trucks und Vans, den Mitglieder des Tennisclubs Fort Bliss zur Verfügung stellten, man eskortiert von einem mexikanischen Polizisten auf seinem Motorrad die Ziele erreichte, wo die Betten und Matratzen verteilt werden konnten. Leider war der besagte Ausweis für die Frauen von H.H. nicht langlebig: Nach einiger Zeit erschien auf der Titelseite der El Paso Times ein Bild des Polizeipräsidenten und in einem Bericht wurde bekannt gemacht, dass er und seine Söhne erschossen worden waren.

„Helping Hands“ eine vertraute Hilfsinstitution der GAF

H.H. hat den damaligen Polizeipräsidenten auch ohne den besagten Ausweis überlebt. Seit 25 Jahren helfen die „Helfenden Hände“ der GAF bedürftigen Menschen in der amerikanischen mexikanischen Grenzregion. Frauen der Bundeswehrangehörigen sammeln, sortieren und verteilen weiterhin Hilfsgüter an bedürftige Menschen und unterstützen finanziell Projekte im Grenzgebiet in einer Größenordnung, die sich die beiden Ehepaare der Bundeswehr beim Start der Aktion 1982 in ihren kühnsten Träumen nicht hätten erträumen lassen.

Text: E. Morawietz